Monday, February 1st, 2010
Die Geschichte von Schloss Tillysburg in Österreich
Schloss Tillysburg wurde in den Jahren von 1633 bis 1645 von den Grundmauern komplett neu aufgebaut. Über dem Kirsteinbach auf einem Höhenrücken befindet sich das Schloss und kann von der Seite der Donau aus sehr gut gesehen werden. Der große rechteckige Hof wirs von zweigeschossigen Flügeln umschlossen, die in einem Quadrat angeordnet sind. Nur ein Eckturm besitzt drei Geschosse und hat ein flaches Dach, mit welchem die Dachtraufe überragt wird. Die restlichen Türme, sieht man einmal von den Turmhelmen ab, reichen gerade einmal so hoch, wie die Traufe des Vorwalmdachs ist. Die Steinportale an der Nord- und Südfront sind aus der frühen barocken Epoche. Mit Quadern sind die Fußgängerpforten sowie die Haupttore angelegt, ebenfalls befinden sich dort die Rundbogen mit einem geraden Gebälk und Aufsatz. Nachträglich wurde noch das Stiegenhaus gleich rechts neben der Einfahrt im barocken Stil gebaut. Dabei handelt es sich um eine detailgetreue Nachbildung vom Stiegenhaus des Klosters St. Florian. Aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen die Decken aus Stuck. Die Kapelle mit dem Tonnengewölbe und den Stichkappen ist noch 100 Jahre älter. Im Innenhof befinden sich die Lauben, deren Erdgeschoss mit reichem Dekor aus Stuck versehen sind.

Die Burg gelangte 1629 bis 1630 in den Besitz des Grafen Werner Tserklaes von Tilly, als die protestantischen Erbinnen der Volkersburg der Gegenreformation wichen und auswanderten. Der Graf baute das Schloss an einer neuen Stätte wieder auf und gab ihm den Namen Tillysburg. Mit der Erhebung in den Grafenstand wurden an allen vier Ecktürmen die „golden bewehrten, königlich gekrönten, schwarzen Adler“ platziert. Sie schmückten seinerzeit die Türme und am Aussichtsturm ist noch heute einer dieser Adler zu sehen, der das Wahrzeichen von Schloss Tillysburg ist.
Erst in den 1980er Jahren wurden die bis dahin vermieteten Prunkräume wieder instand gesetzt. Im Jahr 1982 konnte die erste kulturelle Veranstaltung auf Schloss Tillysburg durchgeführt werden. Als das Schloss Ende 1988 in den Besitz von Dr. Georg Graf Spiegelfeld überging, wurden umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten unternommen und seitdem findet im Schloss ein reiches kulturelles Leben statt.
Akademie Schloss Tillysburg
Schloss Tillysburg ist auch bekannt unter dem Namen Klangschloss Tillysburg. Es fanden schon zahlreiche musikalische Veranstaltungen im Schloss statt. Einzigartig ist auch das Ensemble Enchanté, welches die Idee der Akademie in seiner Musik widerspiegelt. Dabei handelt es sich um eine gemischte Formation der Kammermusik. Die instrumentale Besetzung zieht das Publikum immer wieder aufs Neue in ihren Bann. Das Streichquartett mit Kontrabass und Harfe nimmt gekonnt die Töne der Flöte mit auf. Dabei kann sich die Besetzung der Kammermusik immer wieder neu verwandeln und bietet ein breit gefächertes Angebot, welches Musikliebhaber zu schätzen wissen. Nicht nur in den Klängen ist die Formation variabel, sondern genauso in ihrer Zusammensetzung. Die Verwandlungen reichen hierbei vom Septett bis hin zum Duo, so dass immer wieder ein neues Musikerlebnis genossen werden kann.
In Schloss Tillysburg werden alle Sinne auf eine einzigartige Weise berührt, bei den Veranstaltungen werden immer wieder neue Highlights geboten. Für jeden Musikliebhaber ist das Richtige dabei, so dass man ein wahres Fest der Sinne erleben kann.
Foto: © Peter Kirchhoff / Pixelio